Zweite Woche in Martinique

vela dare vor Anker in Grande Anse d’Arlet

In der zweiten Urlaubswoche von unseren Freunden auf Martinique gaben wir denen einen Einblick in das Leben vor Anker.

Trois Ilets

Da der Wind aus östlicher Richtung kam, hatten die meisten Buchten in der Nähe von Fort de France viel Seegang, so dass wir in der Bucht „Trois Ilets“ schlussendlich den Anker warfen. Das Wasser dort ist flach und sehr grün. Wir nutzten die Gelegenheit, um unser neues Spielzeug zu testen: ein aufblasbares Kanu für zwei Personen, das wir bei Décathlon gekauft haben.  Bei den vielen Wellen war es gar nicht so einfach aber wir sind nicht gekantert….

Als Christian und Willi ein kleinen Tour mit dem Dinghy gemacht haben, mussten sie am Ende rudern. Der Propeller unseres Beibootmotors funktionierte nicht mehr. Schließlich fanden sie heraus, dass den Stift, das den Propeller hält, in zwei Teile gerbrochen war. Ich glaube, wir haben ihn gebrochen, als wir bei den Tobago Cays an Land gingen und mit dem Motor einen Stein getroffen haben. Nachdem wir dieses Teil gewechselt haben (zum Glück hatten wir ein Ersatzteil in dem Kit, das wir beim Kauf des Motors erhalten haben), läuft der Motor wieder. Willi  scheint sogar eine Position für den Gas- Benzinlevel  gefunden zu haben, so dass der Motor nicht mehr so oft ertrinkt….

Es war wirklich der Tag der Motorschäden, denn wir hatten bereits bemerkt, dass die Kupplung unseres Segelbootmotors Probleme hatte. Es muss mit mehr als 2000 Umdrehungen gefahren werden, damit der Propeller startet. Wir waren besorgt, dass plötzlich das Motor nicht mehr starten würde. Ich telefonierte mehrmals mit Spezialisten aus dem Hafen von „Le Marin“ (es wird nur Französisch oder Kreolisch gesprochen…). Wir schrieben E-Mails, um Informationen zu sammeln. Willi tauchte, um den Propeller zu überprüfen. Wir  testeten das Auskuppeln von Hand und prüften das Getriebeöl. Schließlich haben wir uns entschieden, nicht nach „Le Marin“  zu dem Mechaniker zu fahren, da es im Süden der Insel ist und Michèle und Christian ihr Flugzeug von „Fort de France“ aus nehmen mussten. Wir entschieden uns, in der Nähe vom Fort de France zu bleiben und die Kupplung erst nach der Abfahrt von unseren Freunden zu reparieren.

Bewegungen von vela dare am Anker

Also gingen wir in Grande Anse d’Arlet vor Anker. Wir fanden schließlich eine kleine freie Sandfläche, um unseren Anker zu werfen und legten mehr als 35 Meter Kette raus. Tatsächlich bewegt sich bei der Dünung, der Strömung und dem Wind vela dare in einem Radius von mehr als 25 Metern. Morgens schauten wir nach Norden und abends nach Süden….. Am zweiten Morgen haben wir den Anker rausgeholt und wieder neu geworfen, weil wir zu nahe an einem anderen Segelboot waren (man sieht es gut auf dem Plotter). Die anderen Boote bewegten sich auch viel, aber weniger als unsere vela dare.  Die Mehrheit der Segelboote waren Langzeitsegler und keine Chartersboote mehr. Diese haben meistens eine 10mm Kette und wir haben nur eine 8mm Kette, und unter diesen Bedingungen haben wir den Unterschied wirklich gesehen.  In diesem Bucht, wie in allen Buchten, die wir bisher auf Martinique gesehen haben, war auch sehr voll und die Boote lagen sehr dicht beieinander, so kamen wir öfters sehr nah an den anderen Segelboote.

Les Anses d’Arlet

Von Grande Anse d’Arlet kann man zur nächsten Bucht, „Les Anses d’Arlet“, laufen. Es gibt einen kleinen Pfad am Kap entland und es dauert etwa eine Stunde zu Fuß, nicht so lange, aber die Sonne schlug hart und es gibt mehrere steile Auf- und Abstiege in den Steinen. Die Aussicht, wenn man auf die Bucht ankommt, ist herrlich. Nach einem Bad und ein Eis sind wir zurück gelaufen, aber auf der Straße und wir brauchten nur 15 Minuten für den Rückweg.

Kirche von Les Anses d’Arlet

Wir verbrachten 4 sehr ruhige Tage in dieser Bucht.  Christian hat versucht zu fischen, Michèle hat Phots gemacht, ich habe gelesen, wir waren snorkeln… Willi und Christian haben alle Anleitungen über das Motor durchgelesen um zu versuchen rauszufinden, warum die Kupplung klemmt und Willi ist nochmals getaucht um Bilder vom Propeller zu machen. Wir waren am Strand essen und wir sind oft baden gegangen. Es ist wirklich toll, direkt vom Boot aus ins türkisblaue Wasser tauchen zu können. Abends haben wir hausgemachte Cocktails getrunken und dabei den Sonnenuntergang bewundert. Wir hatten 3 tollen Sonnenuntergänge.

Der Sonntag kam sehr schnell und der Motor musste wieder gestartet um in den Hafen von “ Etang Z‘ Apricot“ zurückzukehren. Und ja, diesmal kam der Wind aus dem Norden, so dass es wieder  unmöglich war zu segeln….

Strecke die wir mit dem Motor zwischen Grande Anse d’Arlet und die Marina Etang Z’Abricot gefahren sind

Am Montag nahmen Michèle und Christian ein Taxi zum Flughafen und wir waren wieder ganz allein. Es war sehr merkwürdig nach 5 Wochen mit Leuten an Bord wieder allein zu sein. Aber die To-Do Liste ist lang: Boot putzen, einkaufen gehen (Carrefour ist eine Stunde zu Fuß entfernt, weil wir kein Auto gemietet haben), Wäsche waschen, den Motor reparieren und endlich die Instrumente zu montieren, die Christian und Michèle uns gebracht haben….. Wir hatten bis jetzt nur den neuen Mini-Plotter eingerichtet, weil er als Anker-Alarm dient (für die Anekdote: leider hören wir die Alarm aus unserer Kabine nicht und Christian, der im Salon schlief, musste uns wecken, als der Alarm in der Nacht ertönte…).

Wir werden einige Zeit im Yachthafen von Etang Z‘ Apricot verbringen, bis wir unseren Motor/Getriebe repariert haben. Wir warten auf Informationen , was wir tun können (selber reparieren? zu einem Spezialisten gehen? Einkauf von Ersatzteilen?…..). Wir versuchen auch die Aufgaben auf unserer To Do Liste zu erfüllen…. Wir werden dann sehen, wann wir Martinique verlassen können.

4 Gedanken zu „Zweite Woche in Martinique

  1. Das hast du liebe Magali sehr schön geschrieben. Es war eine schöne und aufregende Zeit bei euch. Wir haben sehr viel mitbekommen wie das Leben auf einem Schiff funktioniert.
    Mein Koffer ist jetzt auch angekommen 😅

    Wir wünschen euch von herzen weiterhin gutes Segelwetter und viele neue intressante Inseln.
    Gut Ankern und ganz liebe Grüsse
    Michèle und Christian

    • Danke Michèle. Es war auch eine tolle Zeit mit euch beiden.
      War der Rhum in Deiner Koffer? Ist alles gut/ganz angekommen?
      Willi war schon sehr fleissig, er hat einen Motor-Gestell für den Dinghi-Motor genäht da wir keinen in Fort de France gefunden haben… wir warten hier in der Marina auf Antworten von den Motorspezialisten um zu entscheiden, wie es weitergehen könnte.
      Sonnige Grüsse
      Magali

  2. Hallo,
    Wenn ich die Bilder vom Wasser und den Sonnenuntergängen sehe würde ich gerne Mal für ein paar Tage mit euch tauschen.In Otterbach ist das Wetter wieder Mal grau in grau, wir warten mit Sehnsucht auf etwas Wärme und Sonne.
    Jetzt hoffen wir auf Ostern, kann man auf eurem Boot auch Ostereier suchen? Sicher gibt es viele kleine nette Verstecke……
    ganz herzliche Grüsse aus Otterbach
    Beatrix, Günter und Max
    PS. Bleibt gesund und passt auf euch auf. Wir freuen uns schon auf den nächsten Bericht.

    • Hallo
      Bei der Hitze scheint uns Ostern ganz weit weg… aber auf einem Boot gibt ganz viele Ecken wo man Sachen verstecken kann (und nicht mehr findet…).
      Sonnige Grüsse
      Magali

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